Was tun wenn die „Galle zwickt“?

von Prof. Dr. Eckhard Stüber

Chefarzt der Gastroenterologie und Diabetologie

 

Mindestens 20 – 25 Prozent der deutschen Bevölkerung haben Konkremente in ihrer Gallenblase, sind also „Gallensteinträger“, oder - wie oft gesagt -: sind „Stein-reich“.

 

Ob jemand Gallensteine hat, kann am besten durch eine Ultraschalluntersuchung beim Hausarzt herausgefunden werden. Allerdings: Dieser Befund alleine bedeutet noch nicht, dass eine behandlungswürdige Erkrankung vorliegt. Gallensteine müssen nur beim Auftreten von Symptomen behandelt werden. Die meisten „Gallensteinträger“ merken davon Zeit ihres Lebens nichts, und müssen somit nicht behandelt werden. Auch regelmäßige Nachkontrollen sind dann in der Regel nicht erforderlich.

Nur ungefähr ein Viertel der Menschen mit Gallensteinen werden irgendwann im Leben Gallenstein-bedingte Symptome bekommen. Dies sind insbesondere: (kolikartige) Schmerzen im rechten Oberbauch - insbesondere nach fetthaltigen Speisen, Gelbsucht, Fieber sowie selten auch die gefürchtete Bauchspeicheldrüsenentzündung. In diesem Fall ist ergänzend zur Schmerztherapie eine weiterführende Diagnostik wichtig. Neben der Bestimmung von bestimmten Laborwerten (Leber-, Galle-, Bauchspeicheldrüsen-, und Entzündungswerte im Blut) ist dann insbesondere die Ultraschalluntersuchung des Bauches sehr wichtig. Falls sich dort neben dem Nachweis von Gallensteinen der Verdacht auf einen Gallenaufstau, eine Gallenblasenentzündung oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung ergibt, ist die Einweisung in ein Krankenhaus angezeigt. Dort wird durch spezielle endoskopische Verfahren, die der Internist mit der Spezialisierung auf Magen-Darmerkrankungen (- der Gastroenterologe -) ausführt, ein potentiell gefährlicher Galleaufstau behoben und ggf. bestehende Infekte der Galle behandelt.

Im Verlauf sollte dann auch unbedingt die Gallenblase samt aller darin befindlicher Steine operativ entfernt werden. Falls dies nicht gemacht wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass immer wieder Gallenstein-bedingte Symptome (s.o.) auftreten werden. Eine alternative Behandlungsmöglichkeit zur Verhinderung dieser Krankheitsrezidive gibt es nicht.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland ungefähr 200.000 Gallenblasen mit sehr geringer Komplikationsrate operativ entfernt. In der Regel wird hierbei mithilfe der sogenannten „Schlüsselloch-Technik“ operiert, so dass nur sehr kleine Narben im Bauchbereich entstehen und bei unkompliziertem Verlauf der Patient nach wenigen Tagen bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.

Mit der Operation bei symptomatischen Gallenstein-Trägern kann in den allermeisten Fällen eine folgenlose Heilung der Erkrankung erreicht werden und wird daher von entsprechenden ärztlichen Fachgesellschaften empfohlen. Bei Fragen zu dieser Thematik sollten Sie mit Ihrem Hausarzt, einem Gastroenterologen oder ggf. gleich einem Chirurgen sprechen.

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