Trauma-Ambulanz im Bonifatius Hospital Lingen eröffnet - Hilfe für Opfer von Gewalttaten

Mit der Einrichtung einer Trauma-Ambulanz beteiligt sich das Bonifatius Hospital Lingen in Kooperation mit der örtlichen Polizei am Trauma-Netzwerk Niedersachsen des Niedersächsischen Landesamts für Soziales, Jugend und Familie im Rahmen der Durchführung des Opferentschädigungsgesetzes (OEG). Betroffene Erwachsene, die Opfer eines vorsätzlichen rechtswidrigen tätlichen Angriffs (z.B. Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, Überfall, Menschenraub oder versuchter Mord/Totschlag) geworden sind, soll schnelle psychotherapeutische Hilfe und Beratung zur Verfügung stehen. Oberarzt Dr. Bernard Prein, Leiter der Trauma-Ambulanz und Facharzt für Psychiatrie/Neurologie und Psychotherapie, betont: „Wir bieten Opfern von Gewalt eine zeitnahe Beratung/Soforthilfe an und möchten so helfen, langfristige Gesundheitsstörungen zu reduzieren.“

Begrüßen als schnelle Hilfe für Opfer von Gewalttaten die Eröffnung der Trauma-Ambulanz des Bonifatius Hospital Lingen unter der Leitung von Oberarzt Dr. Bernard Prein (Bildmitte)
v.li.: Erster Stadtrat Stefan Altmeppen, Opferschutzbeauftragte Hiltrud Freese und Leitender Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Dr. med. Stefanie Franke als Koordinatorin des Trauma-Netzwerks Niedersachsen und Matthias Wehrmeyer vom Landesversorgungsamt des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie sowie Geschäftsführer Ansgar Veer.

 

Soforthilfe bei psychischem Trauma

Opfer oder nahe Angehörige der Opfer von Gewalttaten haben in vielen Fällen ein psychisches Trauma, also eine Verletzung der Seele erlitten. „Die Praxis zeigt, dass die Akutintervention bei Gewalttaten durch ein im Emsland gut funktionierendes Netz aus Ersthelfern und Notfallseelsorgern etc. nicht immer ausreicht, sondern sich oft unmittelbar eine fachspezifische Weiterbetreuung der Gewaltopfer anschließen muss.“, erklärt Hiltrud Freese, Opferschutzbeauftragte der Polizei Lingen. Bisher war eine schnelle Versorgung von Gewaltopfern schwierig, da es lange Wartezeiten bei niedergelassenen Psychotherapeuten / Traumatherapeuten gibt. Jetzt sollen die Betroffenen bereits bei Aufnahme einer Strafanzeige durch die Polizei oder bei Kontakt mit dem Rettungsdienst auf das neue Behandlungsangebot im Bonifatius Hospital hingewiesen werden.

Trauma-Netzwerk Niedersachsen

Für die gesundheitlichen Folgen der Gewalttat haben die Betroffenen einen gesetzlichen Anspruch auf eine Entschädigung („Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten"). Gerade bei psychischen Traumata ist es wichtig, so früh wie möglich eine Krisenintervention zu starten. Dauerhafte seelische Schädigungen können so vermieden werden. „Um das zu erreichen, bietet das auf Initiative des Niedersächsischen Sozialministeriums gegründete Trauma-Netzwerk Niedersachsen den Opfern von Gewalttaten eine schnelle Hilfe innerhalb weniger Tage an!“, erläutert Dr. med. Stefanie Franke, Koordinatorin des Trauma-Netzwerks Niedersachsen.

Anmeldung in der Ambulanz

Opfer können sich selbst, über eine Polizeidienststelle (zum Beispiel anlässlich der Protokollierung des Vorfalls, Stellung eines Strafantrages) oder mit Hilfe von Opferberatungsstellen (zum Beispiel Weisser Ring) anmelden und erhalten kurzfristig einen ersten Termin. Der Antrag kann auch dort ausgefüllt und an das Landesamt weitergeleitet werden. Die Hilfe steht im Vordergrund. So wird zügig festgestellt, ob ein Risiko für die Entwicklung von Langzeitfolgen besteht und welche Maßnahmen erforderlich sind. Es wird Hilfe geleistet bei Schwierigkeiten im Alltag, im Umgang mit der außergewöhnlichen Lebenssituation und den damit verbundenen oft überwältigenden Gefühlen.

 

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