Endoprothetik und Allergien
Endoprothesen wie künstliche Hüft- oder Kniegelenke werden heute in den allermeisten Fällen sehr gut vertragen. Dennoch machen sich viele Patienten Sorgen, wenn bei ihnen bereits eine Allergie gegen Metalle wie Nickel, Chrom oder Kobalt bekannt ist. Wichtig zu wissen: Eine Hautallergie gegen Schmuck oder Knöpfe bedeutet nicht automatisch, dass auch eine Unverträglichkeit gegen ein Implantat entsteht.
Bei einer Implantatallergie reagiert das Immunsystem auf Bestandteile der Prothese oder seltener auf Knochenzement. Mögliche Beschwerden können Schmerzen, Schwellungen, Hautreaktionen, Wundheilungsstörungen oder eine Lockerung der Prothese sein. Allerdings treten solche Reaktionen insgesamt selten auf. Häufiger liegen andere Ursachen wie Verschleiß, Infektionen oder mechanische Probleme vor.
Wer bereits weiß, dass eine Metallallergie besteht, sollte dies vor einer geplanten Operation unbedingt ansprechen. In vielen Fällen können spezielle Implantate verwendet werden, zum Beispiel aus Titan oder mit einer besonderen Beschichtung. Titan gilt als besonders gut verträglich, echte Titanallergien sind sehr selten.
Vor einer Operation sind Allergietests nur dann sinnvoll, wenn bereits bekannte Unverträglichkeiten bestehen oder frühere Reaktionen auf Metalle aufgetreten sind. Nach einer Operation wird bei anhaltenden Beschwerden zunächst geprüft, ob andere Ursachen vorliegen. Erst wenn diese ausgeschlossen sind, wird eine mögliche Allergie genauer untersucht.


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Akademie St. Franziskus

