Kunstgelenke in Deutschland

Endoprothesenregister Deutschland sorgt für mehr Sicherheit der Patienten

Von Dr. Holger Alex
Chefarzt der Orthopädie Bonifatius Hospitals
Leiter des zertifizierten EndoProthetikZentrums Lingen / Sögel

Das Endoprothesenregister (EPRD) wurde 2012 in Deutschland etabliert. Heute sind neben des EndoProthetikZentrums Lingen / Sögel von 1200 Kliniken, die endoprothetische Hüft- oder Knieversorgungen durchführen, mittlerweile 750 beteiligt. Aus den inzwischen über 1,3 Millionen Datensätzen des EPRD konnten erste Erkenntnisse gewonnen und auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik präsentiert werden.

Wurde bis vor zwei Jahren noch vor frühzeitigem Operieren der Orthopäden und vor fehlerhaften Implantaten gewarnt, so kann man heute sagen, dass „die aktuell im Umlauf befindlichen und verwendeten Implantate sicher sind“, so der Präsident der DGOOC und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE) Professor Carsten Perka. Für das im Herbst letzten Jahres verabschiedete Gesetz zur Schaffung eines Deutschen Implantateregisters liefert das EPRD die Grundlage. In Schweden und Finnland wurde bereits 1979 nach Problemen mit Hüftprothesen ein solches Register angelegt. Aus den nunmehr eigenen Daten lässt sich sagen, dass der früher gefürchtete „Abrieb“ und eine Prothesenlockerung nach 10 – 15 Jahren heute immer weniger eine Rolle spielen. Laut des Präsidenten der AE, Professor Dr. Rudolf Ascherl, wurde durch die Registerarbeit und Zertifizierungsmaßnahmen wie etwa das EndoCert eine Verbesserung der Prothesen und OP-Verfahren erreicht. Klar wurde: Je mehr Operationen in einer Klinik durchgeführt werden, desto besser sind die Ergebnisse. Auch zeigt sich, dass der Patient früh mit einbezogen werden muss und besser informiert sein sollte. Begleiterkrankungen, Medikamente aber auch körperliche und seelische Verfassung haben einen wesentlichen Einfluss auf das Implantationsergebnis. Übergewicht, Karies, Diabetes, Nierenerkrankungen, chronische Wunden, Nagelpilz oder Fehlbesiedlung der Haut mit Bakterien können letztendlich zu einem Versagen der Implantate führen. Raucher sollten mindestens eine Pause von 6 Wochen vor und nach der Operation einhalten, da ein erheblicher negativer Einfluss auf die Wund- und Knochenheilung besteht. Die Patienten müssen also bereits früh nach der Indikationsstellung zur Operation mit ins Boot genommen werden, um ein gutes Ergebnis erzielen zu können. Nebenbei spielt auch die persönliche Erfahrung des Operateurs eine wichtige Rolle, um die Operation erfolgreich durchführen zu können. Besonders deutlich wurde dieses Ergebnis, sofern überhaupt verwendet, bei einem Teilgelenkersatz am Knie. Hier lag bei Krankenhäusern, die unter 30 solcher Versorgungen im Jahr vornehmen, in fast 9% der Fälle eine Revision innerhalb der ersten 3 Jahre an. Nur Krankenhäuser, die mehr als 100 dieser Eingriffe (unikondyläre Knieprothese) durchführen, haben recht gute Ergebnisse mit 4 % Revisionsrate. Im Vergleich dazu liegt die Quote für einen normalen Knieersatz bei 3%. (falls zu lang, diese Teile weglassen)

Infoveranstaltung des seit 2014 zertifizierten EndoProthetikZentrums (EPZ) Lingen / Sögel am 19.02.2020 um 19.00 Uhr im Bonifatius Hospital. Im Mittelpunkt stehen neben den Fragen der Teilnehmer zu Gelenkerkrankungen und -ersatz die Bedeutung von Transparenz und Qualitätsanforderungen an zertifizierte Zentren.

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