09.07.2020

Nuklearmedizin mit Behandlungsspektrum und Geräteausstattung auf universitärem Niveau

Die komplett neu gestaltete nuklearmedizinische Therapiestation und die neue Funktionsabteilung wurden im kleinen Kreis eingeweiht. Die Abteilung für Nuklearmedizin ist räumlich und personell deutlich erweitert als auch apparativ komplett neu ausgestattet worden. „Patientinnen und Patienten bieten wir viele neue Möglichkeiten. Emslandweit neu und einzigartig können nur wir z. B. jetzt Hochdosis-Therapien bei Patienten mit Schilddrüsenkrebs durchführen oder spezielle Tumorerkrankungen bildgebend diagnostizieren – das ist sonst nur an umliegenden Unikliniken möglich!“ freute sich Chefarzt Priv. Doz. Dr. Christian Wenning, „Schwerpunkte unserer modernen Nuklearmedizin sind die innovative Tumordiagnostik und -therapie, die Kardiovaskuläre Bildgebung und eine umfassende Schilddrüsenmedizin“.

Auf Abstand und im kleinen Kreis erfolgte die Einweihung und Segnung der neuen Nuklearmedizin v.re.: Chefarzt PD Dr. Christian Wenning, Geschäftsführer Martin Diek, Kuratoriumsvorsitzender Pfarrer Thomas Burke, Geschäftsführer Ansgar Veer und stellvertr. Kuratoriumsvorsitzender Ehrenlandrat Hermann Bröring

 

Kuratoriumsvorsitzender Pfarrer Thomas Burke bei der Segnung: „Die Nuklearmedizin macht das Unsichtbare sichtbar. Sie bietet einen besonderen Blick in das Innere des Menschen!“

 

 

Schilddrüsenmedizin besonderer Schwerpunkt

Ein besonderer Schwerpunkt bleibt die Schilddrüsenmedizin mit umfassender Diagnostik (inkl. Schilddrüsenlabor). Neu ist, dass Dank eines neuen, hochauflösenden Ultraschallgerätes nun auch die sog. Schilddrüsen-Elastographie, welche bei der Abklärung von unklaren Schilddrüsenknoten hilfreich ist, eingesetzt werden kann. Schilddrüsenerkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten. Beinahe jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat mindestens eine knotige Schilddrüsenveränderung oder -vergrößerung. Die Abteilung für Nuklearmedizin bietet jetzt alle diagnostischen Verfahren der Schilddrüsenmedizin.

 

Modernste Therapiestation, Hochdosis-Therapien bei Schilddrüsenkrebspatienten emslandweit einzigartig

Die Unterbringung auf der neuen Therapiestation erfolgt jetzt in fünf geräumigen und komfortablen 1-Bettzimmern. Hier werden in einem eigenen radioaktiven Kontrollbereich Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen zwischen zwei und fünf Tagen (selten länger) gezielt mit radioaktiven Strahlen behandelt. Die Patienten dürfen die Station in dieser Zeit nicht verlassen, und Besuch von Verwandten oder Bekannten ist während des Krankenhausaufenthaltes gesetzlich verboten. Geschäftsführer Martin Diek: „Also sozusagen „Corona-Bedingungen“ auf der Station, so dass der Neustart dieser Station uns keine große Mühe bereiten wird.“

Es werden nicht nur mehr Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenvergrößerung oder Überfunktion der Schilddrüse behandelt, sondern nunmehr auch Hochdosis-Therapien durchgeführt. Somit werden auch vermehrt Patienten mit Schilddrüsenkrebs behandelt.

 

Kooperation mit der Schilddrüsenchirurgie Sögel bei notwendiger Operation

„Gerade bei der Behandlung von bösartigen Veränderungen der Schilddrüse und einer notwendigen Operation stellt die Kooperation mit der Schilddrüsenchirurgie des Hümmling Hospital Sögel eine perfekte Ergänzung dar. Die präoperative Diagnostik als auch eine eventuell notwendige Nachbehandlung finden nach der Operation bei uns statt.“, erläuterte Dr. Wenning.

 

Nuklearmedizin essenzieller Bestandteil der Diagnostik weiterer Krebsarten

Wenning weiter: „Das innovativste Gerät unserer neu gestalteten Abteilung ist ein hochauflösendes PET/CT-Hybridgerät.“ Es wirdschwerpunktmäßig zur exakten Diagnostik von Krebserkrankungen eingesetzt, in dem Krebsgewebe mit Hilfe schwach radioaktiver Substanzen sozusagen „markiert“ wird, und somit von außen sichtbar gemacht werden kann. Man spricht hier auch von „molekularer Bildgebung“, da molekulare Prozesse im Körper nachgewiesen werden. Folglich kann das Ausmaß einer Krebserkrankung oftmals wesentlich genauer festgestellt werden als mit herkömmlicher Bildgebung – ein Umstand, der nicht selten zu einer Anpassung der Therapie führt. Die Nuklearmedizin ist damit ein essenzieller Bestandteil der onkologischen Diagnostik, u.a. in den weiteren Kliniken des Bonifatius Hospitals wie Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, Gastroenterologie und Pneumologie sowie der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und spezielle Viszeralchirurgie, der Urologie und Gynäkologie.

Priv.-Doz. Dr. Wenning schilderte aus dem nuklearmedizinischem Alltag: „Wir bringen die Organe zum Leuchten“

 

„Konventionelle“ nuklearmedizinische Diagnostik modernisiert

Darüber hinaus werden weiterhin alle nuklearmedizinischen Untersuchungen des Skeletts sowie von Schilddrüse, Herz, Lunge, Niere, Gehirn und Lymphsystem durchgeführt. Für die „konventionelle“ nuklearmedizinische Diagnostik verfügt die Abteilung im Zuge der Modernisierung nun über ein modernes SPECT/CT-Hybridgerät, welches insbesondere im Bereich der Skelett-und Herz- und Lungen-Diagnostik die Bildqualität und somit die diagnostische Genauigkeit deutlich erhöht. Beispielsweise können unklare Befunde in der Skelettszintigraphie nun anatomisch exakt mit einer Niedrigdosis-CT korreliert werden – zusätzliche Röntgenuntersuchungen zur Abklärung unklarer Befunde können hierdurch in der Regel vermieden werden.

 

Personelle Ausweitung – Drei Ärzte im MVZ Nuklearmedizin

Geschäftsführer Martin Diek betonte: „Im Rahmen der Neugestaltung und medizinischen Erweiterung verstärkt Herr Dr. Bräuer das Team im stationären Bereich und im MVZ. Darüber hinaus wechselte Herr Dr. Nägler von der Abteilung für Radiologie als weiterer Oberarzt in die stationäre und ambulante Nuklearmedizin, die mittlerweile über 2,5 KV-Facharztsitze verfügt.

Ärztliche Leitung (v.li.): Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Christian Wenning, Oberarzt Dr. Alex Bräuer und Oberarzt Dr. Michael Nägler (Archivfoto)

Alle Mitarbeitenden der Nuklearmedizin wurden umfangreich auf die neuen
Geräte und Therapieverfahren geschult und ich hoffe, dass sie sich nach so
langer Wartezeit nun sehr wohl in den neuen Räumlichkeiten fühlen werden. Danke
für Ihre stets engagierte Arbeit.“

 

 

Team der Nuklearmedizin((Archivfoto)

 

 

 

Allein Medizintechnik für über 2. Mio Euro

Allein in die neue, modernste Medizintechnik wurden über 2 Mio Euro investiert. Die Medizin-Geräte wie PET/CT, SPECT/CT, Ausstattung des Heißlabors, Schilddrüsenkamera, Radio TLC Scanner, Ultraschallsystem, Hand-Fuß-Kleider-Monitor, Schilddrüsen-Uptake-Messplatz, Aktivimeter etc sind damit auf dem neuesten Stand der Technik und bieten neben den vielen neuen medizinischen Möglichkeiten auch ein Höchstmaß an Strahlenschutz.

 

Strahlenschutz und Umweltschutz: „Ein Höchstmaß an Sicherheit“

Im Vordergrund beim Bau der neuen Therapiestation und der Diagnostikeinheit stand, dass der Einsatz radioaktiver Tracer unter größtmöglichem Schutz der Patienten, der Mitarbeitenden und der Umwelt stattfinden muss. Zur Umsetzung des Strahlenschutzes sind beispielsweise alle Wände aus Stahlbeton erstellt worden. Um das Gewicht der Wände und Ausstattung in die Sohle unterhalb des Kellers abzuleiten, wurde die Kellerdecke mit 6,7 Tonnen Stahlträgern unterstützt. Alle Personen, die die Therapiestation verlassen, werden an speziellen Monitoren an den Ein- und Ausgängen der Station überprüft, ob die Haut oder die Kleidung kontaminiert sind.

Das gesamte Abwasser wird zu einer Abklinganlage geleitet, die mit der Therapiestation über eine 60 Meter lange doppelwandige Abwasserleitung verbunden ist.

Die alte Abklinganlage ist durch eine neue Anlage mit biologisch-chromatographischer Verfahrenstechnik ausgetauscht worden. Nach Aufbereitung der Abwässer wird das Wasser freigemessen und darf danach in die Kanalisation abgeleitet werden. Darüber hinaus hält eine spezielle Lüftungsanlage mit Aktivkohlefilter im Dachgeschoss mögliche radioaktive Stoffe aus der Abluft zurück.

 

Dank an Technik

Ein besonderer Dank gilt den ausführenden Firmen, den Fachplanern, Architekten und der hauseigenen Technik. Diese ist ja spezialisiert auf den Krankenhausbau. Nukleardiagnostik und Nukleartherapie ist aber noch mal deutlich spezieller und mit noch mehr Abstimmbedarf mit den Behörden verbunden. Insbesondere der Strahlenschutz hat hier hohe Bedeutung und ist eine eigene Wissenschaft für sich. Diek weiter: „Zum Glück hatten wir immer gute Beratung und Abstimmung mit Dr. Wenning, sodass wir es am Ende -aus meiner Sicht- sehr gut hinbekommen haben.“

 

Junge Fach der Nuklearmedizin lange Tradition im Boni

Geschäftsführer Martin Diek schloss: „ Das relativ junge Fach der Nuklearmedizin hat im Bonifatius Hospital eine lange Tradition. Ich erinnere hier an Prof. Kunstmann, dem die Nuklearmedizin seit der Etablierung im Jahr 1975 immer am Herzen lag und der sich bestimmt gefreut hätte heute bei uns zu sein. Mit der medizinischen Erweiterung und der Modernisierung der neuen Bereiche steht fest, dass diese Tradition viele Jahre fortgeführt werden wird.“

 

Neue Nuklearmedizin Teil des großen, dritten Bauabschnitts

"Mit der Einweihung der neuen Nukleardiagnostik und der nuklearmedizinischen Station ist ein weiterer Meilenstein unseres sogenannten 3. Bauabschnitts fertig gestellt worden. Insgesamt wird dieser Bauabschnitt vom Land Niedersachsen mit 16.000.000 Euro gefördert. Der Landkreis Emsland gibt noch einmal 2.500.000 Euro dazu und auch die Stadt Lingen ist mit 1.750.000€ dabei. Insgesamt wird der 3. BA 24 Mio. € kosten, so dass das Bonifatius Hospital rd. 4 Mio. € Eigenanteil leisten muss.

Neben der Sanierung der Stationen 1 bis 4, umfasst der 3. BA auch den Neubau der Nukleardiagnostik sowie den sog. Lückenschluss. Durch den Lückenschluss sind wir in die Lage versetzt worden dringende wichtige, zukunftsweisende Ergänzungen für das Krankenhaus zu schaffen. Zu nennen sind hier die Palliativeinheit, die Wahlleistungsbetten Kardiologie, die Erweiterung der Endoskopie und die nuklearmedizinische Therapiestation.“

Ausführungen des Geschäftsführer Martin Diek

 

Presssecho

Bei einem exklusiven Rundgang zeigte sich der Redaktionsleiter der Lingener Tagespost, Thomas Pertz, beeindruckt von der neuen Nuklearmedizin.

Lesen Sie hierzu:

09.07.2020, Lingener Tagespost
NUKLEARMEDIZIN AUF UNIVERSITÄREM NIVEAU
Bonifatius-Hospital in Lingen bringt Organe zum Leuchten
Von einem "besonderen Blick in das Innere des Menschen" sprach Pfarrer Thomas Burke, Kuratoriumsvorsitzender des Lingener Bonifatius-Hospitals, bei der Segnung der komplett neu gestalteten nuklearmedizinischen Diagnostikeinheit und der Therapiestation. Die hochmoderne Medizintechnik wird insbesondere zur exakten Diagnostik von Krebserkrankungen eingesetzt. weiterlesen auf noz

09.07.2020, Lingener Tagespost
KOMMENTAR
Nuklearmedizin im Boni in Lingen: Qualitativer Sprung nach vorn
Lingen. Die nunmehr mit modernster Medizintechnik ausgestattete Abteilung für Nuklearmedizin ermöglicht dem Bonifatius-Hospital in Lingen in der Behandlung von Patienten einen weiteren qualitativen Sprung nach vorn. weiterlesen auf noz

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