Verhalten und seelische Probleme bei Kindern & Jugendlichen

von Dr. med. Moritz Westhoff

Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie
Sportmedizin, Suchtmedizin, Ernährungsmedizin
im MVZ Bonifatius Hospital

 

 

Die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltens- bzw. psychischen Auffälligkeiten hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Als Ursachen werden die raschen, oft schwer vorhersehbaren Veränderungen von familiären, sozialen und ökonomischen Lebensbedingungen benannt, die in unserer heutigen Zeit so häufig vorkommen. Gerade die Jüngsten leiden am meisten darunter. Oft fällt dies durch Besonderheiten im Verhalten wie Wutanfälle, Lustlosigkeit oder Konzentrationsstörungen auf.

Erfreulicherweise hat ebenso die Sensibilität für seelische Probleme – und damit verbundene Verhaltensauffälligkeiten – bei Eltern, Lehrern und Erziehern zugenommen. „Das ist gut so zum Wohl der Kinder“ sagen vielen Experten, denn je früher professionelle Unterstützung in Anspruch genommen wird, desto schneller und sicherer kann den Betroffenen geholfen werden.

Diese professionelle Hilfe wird in der ambulanten Versorgung bundesweit von ca. 900 Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie sowie 3000 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten geleistet (Stand April 2015).

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird heute überwiegend multiprofessionell gearbeitet. Das bedeutet, dass verschiedene Berufsgruppen, also bspw. Ärzte, Psychologen und Sozialpädagogen, ihr jeweiliges Fachwissen bündeln, um einem betroffenen Kind und seiner Familie optimal helfen zu können.

Dies findet auch Ausdruck in der breiten Palette von Therapiemöglichkeiten, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Verfügung stehen. Neben den klassischen tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischen Verfahren kommen Methoden wie Sporttherapie, Ernährungstherapie, Sozialtrainings, Konzentrationstrainings, Elterntrainings, Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung (PMR), Achtsamkeitstrainings wie Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), Hypnotherapie und Neurofeedback zum Einsatz. Um sicherzustellen, welche Therapie für welches Kind oder Jugendlichen geeignet ist, findet im Vorfeld ein intensives Gespräch, die sogenannte Exploration, statt. Diese Exploration soll dazu dienen, die besondere Problematik von Kind, Jugendlichem oder der Familie möglichst umfassend zu verstehen.

Hieran schließt sich meist eine psychologische Diagnostik an. Dabei kommen je nach Problemstellung verschiedene psychologische Testverfahren zum Einsatz. Diese Verfahren kann man grob in projektive, wie bspw. den bekannten Rorschach–Test oder das Verfahren „Familie in Tieren“, und in psychometrische, wie bspw. Persönlichkeitstests, unterteilen.

Exploration und Testergebnisse ermöglichen dann eine relativ klare Empfehlung, welches Therapieverfahren geeignet ist. Es kann ein individuell auf die Bedürfnisse des Kindes oder Jugendlichen angepasster Therapieplan erstellt werden.

Aufgrund dieser Arbeitsweise ist es heutzutage in vielen Fällen möglich, mit rein therapeutischen Mitteln zu helfen, ohne Medikamente einsetzen zu müssen. Ganz auf den Einsatz von Medikamenten kann man aber besonders in schweren Fällen nicht verzichten. Teilweise ist es möglich, pflanzliche Wirkstoffe, wie bspw. Johanniskraut bei Depressionen, zu verwenden.

Ganz wesentlicher Bestandteil professioneller Hilfe ist aber immer die Wertschätzung für die besondere Situation der Kinder, Jugendlichen und Familien. Nur so kann Vertrauen entstehen. Dieses Vertrauen ist Grundlage jeder erfolgreichen Therapie!

 

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