Chef über den eigenen Schmerz

Patientenkontrollierte Abgabe von Schmerzmittel

Alexandra Jönen ist die erste Patientin im Bonifatius Hospital, die ihren postoperativen Schmerz mittels einer sogenannten Medikamentenpumpe (PCAI) selber kontrollieren konnte: „Chef über meinen Schmerz zu sein war ein sehr beruhigendes Gefühl – und es hat bei mir super geklappt.“ Die Medikamentenpumpen wurden von der Anästhesie eingeführt, um Patienten mit extrem starken, schwer kontrollierbaren Schmerzen nach beispielsweise mehreren Operationen, bei Tumorschmerzen oder bei chronischen Schmerzen im Rahmen der Stationären Schmerztherapie zu behandeln. Sie sind ein weiterer wichtiger Baustein in der umfassenden Schmerzmedizin im Lingener Krankenhaus.

Stationsleitung Vanessa Thyes (v.li.), Patientin Alexandra Jönen mit der patientenkontrollierten Schmerzpumpe, ihr Operateur Chefarzt Prof. (UCPY) Dr. (PY) Peter Douglas Klassen und Oberärztin Esther Scholz vom Akutschmerzteam der Anästhesie und Schmerzmedizin des Bonifatius Hospital Lingen

Anästhesie Oberärztin Esther Scholz, auch Medizinerin im Akutschmerzteam auf den Stationen des Boni im Einsatz, erläutert: „Zusammen mit dem Leiter der Stationären Schmerztherapie, Michael Papenhoff, haben wir die Einführung der Schmerzpumpen auf den Weg gebracht. Bei diesem Verfahren können Patienten sich selbst über die Pumpe Schmerzmittel zuführen. Dafür hat der Patient einen Handschalter, mit dem er das Schmerzmittel selbständig applizieren kann. Anschließend ist das Gerät für ein bestimmtes Intervall gesperrt, um Überdosierungen durch zu häufige Anforderungen zu vermeiden. Mehrere Sicherungsmechanismen, individuell auf den Patienten abgestimmte Medikamente in Art und Dosierung werden von der Anästhesie entsprechend eingestellt.“ Wichtig zur optimalen Verwendung der PCAI sei frühzeitiges Anfordern einer Zusatzdosis dann, wenn Schmerzen wieder auftreten oder zunehmen. Mit dieser Methode haben Patienten die Schmerztherapie sozusagen selber in der Hand. Und wenn Patienten dies nicht können, übernehmen die Pflegekräfte auf der Station. Die Medikamentenpumpen sind „Patient oder Nurse controlled“.

Die Patientin Alexandra Jönen wurde nach fünf Operationen zum ersten Mal im Bonifatius Hospital im Wirbelsäulenzentrum operiert. Der Chefarzt Prof. (UCPY) Dr. (PY) Peter Douglas Klassen erläutert: „Durch viele Voroperationen waren bei Frau Jönen sehr starke Schmerzen zu erwarten. Deshalb wurde ihr direkt im Aufwachraum die Bedienung der Medikamentenpumpe erklärt und als die Anwendung sicher verstanden war, konnte sie zurück auf die Normalstation.“ Bei der täglichen Visite durch den speziellen Schmerzdienst überzeugte sich Anästhesistin Scholz über die weitere Behandlung. Das Ziel der zügigen Umstellung nach max. 48 Stunden auf eine orale Analgesie wurde bei der ersten Patientin erreicht. In der Regel ist dies bei 90 % der Fälle so. Bei dieser Art der Therapie wird das Schmerzgedächtnis nicht unterstützt, sodass nach Einsatz der Schmerzpumpe oft keine Steigerung der Vormedikation nötig ist.

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