06.06.2026

Ein Geschenk – und eine Verantwortung

Tag der Organspende 2026

Am 6. Juni findet bundesweit der Tag der Organspende statt. Der Aktionstag erinnert daran, dass Organspenden für viele schwer erkrankte Menschen die einzige Chance auf ein längeres oder besseres Leben sein können – und wie wichtig es ist, den eigenen Willen zur Organspende festzuhalten.

„Organspende kann Leben retten. Jeder Mensch kann – oft unerwartet durch eine akute oder chronische Erkrankung – in die Situation kommen, selbst auf eine Organtransplantation angewiesen zu sein“, erklärt PD Dr. Arne Bokemeyer, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie im Bonifatius Hospital.

Priv.-Doz. Dr. med. Arne Bokemeyer

Auch am Bonifatius Hospital warten derzeit gemeinsam mit dem Nephrologischen Zentrum Emsland mehr als 30 Patientinnen und Patienten auf eine Leber- oder Nierentransplantation. Die Versorgung erfolgt dabei in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Transplantationszentren. Im vergangenen Jahr konnten mehr als zehn Patientinnen und Patienten des Hauses durch eine Organtransplantation eine neue Lebensperspektive erhalten.

Trotz eines leichten Anstiegs der Organspendezahlen bleibt die Situation in Deutschland weiterhin angespannt: Im Jahr 2025 spendeten bundesweit 985 Menschen nach ihrem Tod Organe. Gleichzeitig warten weiterhin mehr als 8.000 schwer erkrankte Patientinnen und Patienten auf eine Organtransplantation.

Ein wesentliches Hindernis bleibt die fehlende Dokumentation des persönlichen Willens. „Niemand rechnet damit, plötzlich durch eine schwere Erkrankung oder einen Unfall in eine Situation zu geraten, in der eine Organspende Thema wird. Für Angehörige und Behandlungsteams sind diese Momente emotional und herausfordernd. Wenn der Wunsch des Betroffenen bekannt ist, kann das Orientierung geben – und Angehörigen helfen, eine Entscheidung im Sinne ihres geliebten Menschen zu treffen“, berichtet PD Dr. Hendrik Uennigmann, Leitender Arzt der Intensivmedizin und Transplantationsbeauftragter des Bonifatius Hospitals.

Priv.-Doz. Dr. med. Hendrik Uennigmann

Die persönliche Entscheidung – unabhängig davon, ob sie für oder gegen eine Organspende ausfällt – kann einfach dokumentiert werden, beispielsweise über einen Organspendeausweis oder einen Eintrag im bundesweiten Organspende-Register. Liegt keine dokumentierte Entscheidung vor, werden Angehörige gebeten, den mutmaßlichen Willen stellvertretend zu benennen.

„Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Thema beschäftigen und ihre Entscheidung festhalten. Wir möchten Menschen jeden Alters ermutigen, sich zu informieren, eine bewusste Entscheidung zu treffen und diese zu dokumentieren“, so Dr. Uennigmann.
Wichtig zu wissen: Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist freiwillig und kann jederzeit geändert werden.

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