Handgelenksprothese - Neue Chancen bei Rheuma und Arthrose

von

Chefarzt Dr. Miho Nicoloff
Handchirurgie des Bonifatius Hospital Lingen

Ein durch Rheuma und Arthrose befallenes Handgelenk ist für den Betroffenen ausgesprochen schmerzhaft und führt zu Einschränkungen in fast allen Lebensbereichen. Bei Patienten mit Rheuma ist das Handgelenk von der Erkrankung, das heißt von schweren Veränderungen durch Arthrose, in 95% aller Fälle mitbetroffen. Hier gab es bislang als dauerhafte Lösung nur die Versteifung des Handgelenks. Hiernach waren die Schmerzen in den meisten Fällen beherrscht, aber die Einschränkungen der Beweglichkeit führten zu erheblichen Einschränkungen im Alltag, schon bei der Selbstversorgung. Seit Jahrzehnten ist die Entwicklung von künstlichen Handgelenken immer wieder durch vielerlei Fehlschläge begleitet gewesen und wird daher bis heute noch von vielen Chirurgen zugunsten der Versteifung abgelehnt.

Während der Einsatz von künstlichen Hüft- und Kniegelenken mittlerweile zum Standard der Arthrosebehandlung gehört, war dies am Handgelenk lange Zeit nicht adäquat umzusetzen. In den letzten Jahren jedoch haben sich neue Konzepte erfolgreich durchsetzen können, so dass die Implantation einer Handgelenkprothese nicht mehr lediglich dem besonderen Einzelfall vorbehalten war, sondern regelmäßig bei Arthrosen, bei Rheuma und auch Verschleißleiden im Handgelenk nach Unfallschäden eingesetzt werden konnten.

Vergleicht man die aktuellen Ergebnisse der Handgelenksendoprothetik mit denen aus vergangener Zeit, so ist ersichtlich, welche eminenten Verbesserungen die neueren Modelle der Handgelenksprothesen mit sich gebracht haben. Mittlerweile gibt es jedoch schon längerfristige Nachuntersuchungen mit höheren Fallzahlen. Diese zeigen, daß die neuesten Modelle der Handgelenksprothesen in der Lage sind, eine Vielzahl der früher aufgetretenen Komplikationen zu vermeiden.

Komplikationen, wie sie bei den älteren Versionen von Handgelenksprothesen auftraten, treten nun viel seltener auf. Es kann somit bei den entsprechenden Krankheitsbildern wie bei Arthrosen und Rheuma heutzutage standardmäßig das Einsetzen einer Handgelenksprothese empfohlen werden.

In einer Studie aus dem Jahr 2005 geben 100 % von Patienten mit einer Handgelenksversteifung an, dass sie eine Operation zur Wiedererlangung der Beweglichkeit des Handgelenkes den Vorzug geben würden. Insbesondere beim Rheumatiker, der ohnehin durch den Befall mehrerer Gelenke eingeschränkt ist, stellt die Beweglichkeit des Handgelenkes eine unersetzliche Hilfe bei der Selbstversorgung und bei den Aktivitäten des täglichen Lebens dar. Aber auch für den Nichtrheumatiker ist die Handgelenksarthrodese eine erhebliche Einschränkung, insbesondere auch bei beruflichen Tätigkeiten. In modernen Berufen ist heutzutage weniger die grobe Kraft als die feinmotorische manuelle Tätigkeit gefragt, die eine endoprothetische Versorgung zu erreichen vermag.

Die noch vielfach propagierte Versteifung des Handgelenks stellt keineswegs ein durchweg komplikationsarmes und sicheres Verfahren dar. Kritische Analysen der Ergebnisse von Handgelenksarthrodesen zeigen eine Komplikationsrate von bis zu 40%. Man kann daher nicht argumentieren, dass die Versteifung des Handgelenkes ein problemloses und überwiegend befriedigendes Verfahren ist.

War die Implantation von Handgelenksprothesen in vergangenen Zeiten eher die Ausnahme und lediglich speziellen Fällen vorbehalten, so kann sie heutzutage durchaus als Standard angesehen werden, und zwar sowohl für den Patienten mit Rheumatoider Arthritis wie auch für den mit einem Verschleißleiden oder auch nach unfallbedingter Arthrose des Handgelenks.

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