Neue Palliativeinheit eingeweiht

Medizinische Versorgung, Pflege und Begleitung von Schwerstkranken

Das Bonifatius Hospital Lingen steht für die wohnortnahe Versorgung ihrer Patienten und Patientinnen. Dazu gehört auch die medizinische Versorgung, Pflege und Begleitung von Schwerstkranken. Mit der Einweihung der neuen Palliativeinheit
ist ein weiterer Meilenstein des dritten Bauabschnitts fertig gestellt worden.

Weihbischof Johannes Wübbe bei der Segnung der neuen Palliativeinheit des Bonifatius Hospitals 

Ein multiprofessioneller pflegerischer Palliativdienst ist seit Jahren im Haus etabliert, ein Spes Viva Zimmer in der Geriatrie und ein Zimmer auf der Urologie zur palliativmedizinischen Versorgung eingerichtet. Jetzt werden diese Energien noch stärker gebündelt und um die neue Palliativeinheit mit fünf Zimmern erweitert.

Multiprofessionelles Team

Entscheidend für die Begleitung der dem Bonifatius Hospital anvertrauten Menschen ist das multiprofessionelle Team mit Palliativmedizinern, Gesundheits- und Krankenpflegern mit Palliative Care Fortbildung, Physio- und Ergotherapeuten, Psychoonkologen, Seelsorgern und Onkologie-Pflegefachkräften.

Prof. Dr. Stüber (Bild rechts) verfügt als Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie über die Zusatzexpertisen Intensivmedizin, Palliativmedizin und Medikamentöse Tumortherapie. Und  auch über eine langjährige Erfahrung in der palliativen Begleitung.

Denn in einem Krankenhaus der Größe des Boni und Spezialisierung mit verschiedenen Tumorzentren und schwerstkranken Patienten anderer Fachrichtungen sind mit dem multiprofessionellen Palliativdienst breits viele Menschen zu betreut.

 

 

 

Anzahl palliativmedizinisch zu versorgender Patienten steigt kontinuierlich.

Aufgrund der Zunahme der Lebenserwartung und insbesondere der Zunahme der onkologischen Erkrankungen steigt die Anzahl an wohnortnah palliativmedizinisch zu versorgender Patienten bundesweit und natürlich auch in Lingen kontinuierlich.

Experten betonen: Aktuell kann nur ein Teil der Betroffenen entsprechend betreut werden. Vorhandene Strukturen müssen ausgebaut und weitere interdisziplinäre Netzwerke geschaffen werden, um auch zukünftig eine menschliche und medizinische Versorgung zu ermöglichen.

Schwerstkranke Menschen möchten in der vertrauten Umgebung, ob zu Hause, in stationären Pflegeeinrichtungen oder in Einrichtungen der Behindertenhilfe betreut und begleitet werden. Ist die Betreuung aufgrund großer Symptomlast oder in Krisensituationen nicht möglich, können Patienten vorübergehend auf der Palliativeinheit versorgt werden. Immer mit dem Ziel, wieder in die gewohnte Umgebung zurück zu kehren.

Wohnliche Palliativeinheit für Würde und Ruhe

Um diesen Menschen den Klinikaufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten wurden auf der Palliativeinheit in den vergangenen Monaten mit viel Engagement und Kreativität fünf Patientenzimmer und ein Aufenthaltsraum in wohnlicher Atmosphäre geschaffen. Mit der räumlichen Trennung der Palliativeinheit vom Betrieb einer normalen Krankenhausstation wurden die Voraussetzungen für eine Behandlung in Ruhe und Würde geschaffen. (Bild: Ehren- und Kuratoriumsmitglieder mit Prof. Dr. Stüber im Aufenthaltsraum der Palliativeinheit)


 

In diesem Zusammenhang  ist das Bonifatius Hopsital  sehr dankbar über eine fünfstellige Spende der HEH Essmann Stiftung. Damit können in naher Zukunft die Bereiche noch wohnlicher ausgestalten.

Frau Schmidt – Geschäftsführerin der Essmann Stiftung – hier bei der Besichtigung der neuen Palliativeinheit zusammen mit dem stellvertretenden Kuratoriumsvorsitzenden Ehrenlandrat Hermann Bröring.

 

 

 

Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten sehr wichtig

Dr. Sebastian Bork überbrachte als Aufsichtsratvorsitzender des Ärztenetzes Genial eG und Vorsitzender des Lingener Ärztevereins Glückwünsche und Grüße. Für die niedergelassenen Ärzte sei es eine große Erleichterung, Betroffene und Angehörige in den schweren Zeiten einer unheilbaren Erkrankung mit der neuen Palliativeinheit gut versorgt zu wissen. Das sektorübergreifende Teamwork und der Austausch nehmen eine tragende Rolle in der guten Versorgung schwerstkranker Menschen ein.  

Palliativversorgung Verbund

Mit der neuen Palliativeinheit ist ein wichtiger Baustein des ambulanten und stationären Angebots der palliativen Versorgung der St. Bonifatius Hopsital Gesellschaft hinzugekommen.

Bereits im Juni 2007 ist am Hümmling Hospital Sögel der vom Land Niedersachsen anerkannte Palliativstützpunkt Nördliches Emsland incl. des Spezialisierten Ambulanten Palliativdienstes (SAPV) Nördliches Emsland angesiedelt. Im Jahr 2019 wurde ein zweiter Palliativstandort mit SAPV in Lingen eröffnet, um dem steigenden Bedarf nach qualifizierter palliativer Versorgung im südlichen Emsland und in der Grafschaft Bentheim nachzukommen.

Ilona Konken, Koordinatorin vom Palliativstützpunkt Nördliches Emsland, überbrachte Glückwünsche und Geschenk dem Team der Palliativeinheit  

Der vielfältige Wunsch nach einer stationären Palliativeinheit am Bonifatius Hospital ist in Erfüllung gegangen – zum Wohle schwerstkranker Patienten und ihrer Angehörigen.

Frau Mechthild Bornhorst (Pflegeexpertin und Onkologische Fachkraft/Palliativ Care Fachkraft) sowie Sr Vera (Ordensfrau und Pflegeexpertin Palliativ Care Fachkraft) waren die treibenden Kräfte zusammen mit Prof. Dr. Stüber zur Etablierung einer Palliativeinheit im Bonifatius Hospital 

 

Zur Palliativeinheit:

Ziel der Behandlung

Schwerkranke Menschen erhalten durch eine interdisziplinäre Betreuung eine Linderung von Beschwerden. Nicht die Heilung von Krankheiten, sondern die Symptomkontrolle steht im Vordergrund. Dieser für alle Beteiligten bewusste sogenannte Therapiezielwechsel ist Voraussetzung für die Behandlung auf der Palliativeinheit.

Aufgaben der Palliativeinheit in Stichpunkten:

  • Linderung bzw. Stabilisierung der Beschwerden (Schmerz, Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Unruhe, Angst, Einsamkeit)
  • Psychosoziale Betreuung
  • Eingehen auf spirituelle Bedürfnisse.
  • Optimierung der Betreuung, Pflege und Ernährung
  • Organisation der weiterführenden Palliativversorgung
  • ggfs. Sterbebegleitung

Die Entlassung nach Hause wird grundsätzlich angestrebt. Für eine palliative Versorgung zuhause ist eine Unterstützung z.B. durch ein SAPV (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung.) Team möglich.

Team der Palliativeinheit

  • Multiprofessionelles, interdisziplinäres Team aus Palliativmedizinern, Gesundheits- und Krankenpflegern mit Palliative Care Fortbildung, Physio- und Ergotherapeuten, Psychoonkologen, Seelsorgern, Onkologie-Pflegefachkräften
  • Dabei: Enge Vernetzung mit Hausärzten, ambulanten Betreuungsangeboten (SAPV, Hospizvereine, Pflegedienste) und mit dem Hospiz in Thuine
  • Ärztliche Leitung: Prof. Dr. Eckhard Stüber
    Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie
    Zusatzbezeichnungen: Intensivmedizin, Palliativmedizin und Medikamentöse Tumortherapie.
  • Stationsleitung Dieter Knus
    Der erfahrene Gesundheits- und Krankenpfleger ist Fachkraft für Palliative Care und Wundexperte ICW.

Ausstattung der Palliativeinheit

  • 5 große Einzelzimmer, mit der Möglichkeit - auf Wunsch - ein zusätzliches Bett für eine Begleitperson aufzustellen
  • Großer Aufenthaltsraum
  • Räumliche Trennung dieser Palliativeinheit von dem eher „hektischen“ Betrieb einer normalen Krankenhausstation.
  • Daher Behandlung in Ruhe und Würde sehr gut möglich.


Welche Patienten können auf der Palliativeinheit in Lingen behandelt werden?

  • Menschen, die eine unheilbare Krankheit (z.B.: Krebserkrankungen, Leber- und Nieren- sowie neuro-degenerative Krankheiten u. A.) in einem weit fortgeschrittenen Stadium haben und an Symptomen des palliativmedizinischen Symptomkomplexes leiden
  • Die Einweisung kann - nach vorheriger Rücksprache mit Herrn Prof. Stüber -entweder durch den Hausarzt erfolgen, von einer anderen Station des Bonifatius Hospitals oder aus einem anderen Krankenhaus erfolgen.

 

Zertifiziert

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