Rheumatoide Arthritis – überwiegend Gelenke des Bewegungsapparates betroffen

Wenn konservative Therapie ausgereizt ist, ist Orthopädische Chirurgie eine Option

von Chefarzt Dr. Holger Alex, Bonifatius Hospital
Leiter zertifiziertes EndoProthetikZentrum Lingen/Sögel
Zertifizierter Fußchirurg

Die häufigste Erkrankung des rheumatischen Formenkreises ist die rheumatoide Arthritis. Durch diese Erkrankung werden überwiegend die Gelenke des Bewegungsapparats befallen. Das führt dort zu schmerzhaften Gelenkschwellungen mit Funktionseinschränkungen und im Verlauf zu typischen Veränderungen der Form und letztlich zur Zerstörung. Als entzündliche Systemerkrankung kann die rheumatoide Arthritis aber auch Sehnenscheiden, Schleimbeutel, Gefäße, Augen und die inneren Organe betreffen. Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine chronisch-progressive, entzündliche Systemerkrankung.

Die Diagnose der Rheumatischen  Arthritis erfolgt anhand von Anamnese, klinischer Untersuchung, Laboruntersuchungen und bildgebenden Verfahren. Zur Eindämmung des entzündlichen Prozesses und für den Erhalt der Gelenkfunktionen sollte frühzeitig eine umfassende Therapie eingeleitet werden, deren Basis die medikamentöse Therapie bildet. An Medikamenten werden heute drei Gruppen von Arzneimitteln eingesetzt. Es handelt sich dabei um die sogenannten DMARD (übersetzt steht diese Abkürzung für Krankheits-Verändernde-Anti-Rheumatische Medikamente) die noch weiter in csDMARD, bDMARD und tsDMARD unterteilt werden. Dabei steht für Abkürzung cs für „konventionell synthetisch“, das b für die „Biologika“ und ts letztlich für „gezielt synthetisch“.

Begleitend zur medikamentösen Therapie stehen an konservativen Therapiemaßnahmen Physiotherapie und physikalische Maßnahmen, Ergotherapie, Orthopädietechnik sowie artikuläre Kortisoninfiltrationen und zuletzt die Radiosynoviorthese (vor allem nach arthroskopischen Synovektomien) zur Verfügung. Versagt der konservative Ansatz mit optimierter Medikation und lokalen Infiltrationen, kommen operative Therapiemaßnahmen zum Einsatz.

Mit den verbesserten Möglichkeiten der medikamentösen Therapie sind offene oder arthroskopische Synovialektomien nur in Einzelfällen bei therapieresistentem Verlauf (v. a. Knie-, Schulter-, Ellenbogen-, Sprunggelenk) erforderlich.

Ist die Therapie ausgereizt und ein Gelenk zerstört, so steht heute mit der orthopädischen Chirurgie ein Instrument zur Verfügung, das es schafft, einer großen Zahl von Patienten ihre Lebensqualität und Gelenkfunktion wieder zu geben. Der Ersatz eines Gelenkes sollte individuell abgestimmt und zwischen Arzt und Patient besprochen werden. Das Gelenk kann entweder vollständig (Totalendoprothese) oder teilweise (Teilendoprothese) ersetzt werden. Eine Gelenkersatzoperation ist an Hüfte, Knie, Fingern, Ellenbogen, Hand und Fuß möglich. Vor der Operation sollten um das Gelenk herum die Muskeln trainiert werden, um möglichst gute Behandlungsergebnisse zu erzielen. Bei einigen Gelenken, z.B. bei den Zehengrundgelenken, reicht es, das zerstörte Gelenk zu entfernen, ohne eine Prothese einzusetzen. Bei einigen Patienten bietet sich statt der Gelenksersatzoperation zur Schmerzreduktion eine Versteifung des befallenen Gelenks an, unter der Voraussetzung, dass die benachbarten Gelenke voll beweglich sind.

Gerade bei Operationen der großen Gelenke wie Hüfte und Knie empfehlen die Fachgesellschaften zertifizierte Kliniken, da diese Kliniken die entsprechenden personellen, strukturellen und organisatorischen Ressourcen vorhalten. Dies dient der Sicherheit der Patienten und Vermeidung von Komplikationen. Auch werden dort geforderte Mindestmengen an operativen Eingriffen erbracht, die darüber Auskunft geben, ob entsprechend erfahrene Operateure im Einsatz sind. Darüber hinaus melden sie die in ihrer Klinik verwendeten Implantate an das ERPD (Endoprothesen Register Deutschland) weiter.

 

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