Schlaganfall

In der Schlaganfall-Behandlungseinheit (Stroke Unit) kann die Ursache eines Schlaganfalls in der Akutphase schnell diagnostiziert und behandelt werden. Die Hirnfunktionen werden genau überwacht und Komplikationen erkannt, behandelt bzw. vermieden. Eine individuell auf den Schlaganfall-Patienten abgestimmte Therapie kann eingeleitet werden. Dazu arbeitet ein interdisziplinäres Team eng zusammen.
Als Zeichen eines Schlaganfalles können die folgenden Symptome einzeln oder in Kombination auftreten:

  • Plötzliche Sehstörung (Gesichtsfeldausfall)
  • Schwindel, plötzliche Gangstörung, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörung
  • Plötzliches Taubheitsgefühl in Arm oder Bein oder Gesicht oder einer ganzen Körperhälfte
  • Plötzliche Lähmung oder Schwäche in Arm oder Bein oder Gesicht oder einer  ganzen Körperhälfte
  • Plötzliche Verwirrtheit, Sprach-, Schrift- oder Verständnisstörung
  • Plötzlich stärkster Kopfschmerz

Ein Schlaganfall kann sowohl ein lebensbedrohlicher als auch ein die körperliche und kognitive Integrität bedrohender Notfall sein und sollte daher so schnell wie möglich in einer entsprechend ausgerüsteten Klinik versorgt werden. Daher sollte bei ersten Anzeichen unverzüglich der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 gerufen werden. Die Notfallversorgung erfolgt durch ein speziell geschultes Team bereits in der zentralen Notaufnahme. Dort wird – bei entsprechender Indikation – auch bereits die sofortige medikamentöse Lysetherapie zur Auflösung des Blutgerinnsels (im Falle eines Gefäßverschlusses) eingeleitet. Die weitere Behandlung erfolgt auf der Stroke Unit. Für den Fall einer notwendigen, speziellen Intervention wie z.B. bei gegebener Indikation zur mechanischen Entfernung eines größeren Blutgerinnsels aus einem Hirngefäß besteht ein Netzwerk zu entsprechend ausgerüsteten Kliniken.

Formen des Schlaganfalls:

  • Hirninfarkt: Die häufigste Form des Schlaganfalls (ca. 85% der Fälle), bedingt durch eine plötzlich auftretende Minderdurchblutung von Hirngewebe durch Verschluss oder hochgradige Verengung zuführender Blutgefäße.
  • Hirnblutung: Seltenere Form des Schlaganfalls (ca. 15% der Fälle), bedingt durch eine Blutung im Inneren des Schädels. Im engeren Sinne wird hierunter die Blutung im Bereich des Gehirns (intrazerebrale Blutung) verstanden, im weiteren Sinne auch Blutungen im Bereich der das Gehirn umkleidenden Hirnhäute (subarachnoidale, subdurale oder epidurale Blutung).
  • Hirnvenenthrombosen: Thrombose (Gerinnselbildung) im Bereich der Venen des Gehirns. In der Folge können ein Hirninfarkt oder eine Hirnblutung entstehen
  • Vasculitis: Die Entzündung (meist arterieller) hirneigener oder außerhalb des Schädels gelegener hirnversorgender Gefäße stellt eine seltene Ursache für einen Hirninfarkt oder eine Hirnblutung dar.
  • Atherosklerotisch bedingte Stenosen hirnversorgender Gefäße: Die Atherosklerose (umgangssprachlich: Arterienwandverkalkung) ist eine über Jahrzehnte fortschreitende Gefäßerkrankung, die zu Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßwänden führt. Sie stellt eine der häufigsten Ursache von Hirninfarkten dar.
  • Embolie von Thromben aus dem Herzen infolge eines sogenannten Vorhoffflimmerns: Die erforderliche rasche Diagnostik wird in Kooperation mit der Abteilung für Kardiologie gewährleistet.
  • Mikroangiopathie: Eine weitere häufige Ursache von Hirninfakten kleineren Ausmaßes ist der Diabetes, der bei langjähriger unzureichener Blutzucker-Einstellung zu einer fortschreitenden  Schädigung der kleinsten Hirngefäße (Mikroangiopathie) mit  der Folge des Verschlusses führt
  • Gefäßeinrisse: Insbesondere junge Menschen erleiden durch Gefäßeinrisse, z.B. durch übertriebene  Entspannungs-, Dehn- und sogenannter immer beliebter werdender Einrenk-Manöver bei entsprechend anatomischer oder bindegewebiger Disposition Einrisse der hirnzuführende Gefäße (Dissektion) mit der Gefahr der Entwicklung von Schlaganfällen.
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